Gemeinsame Zeit

2017-08-06 14.34.20

Der Tag nach der Operation! Oder auch nicht Operation!

Mein Versuch, am Tag der OP anzurufen, scheiterte, weil ich partout nicht durchkam – dachte ich. Am nächsten Tag wußte ich, dass mir mein Unterbewusstsein einen Streich gespielt hatte oder es mich schützen wollte.

Immer wieder hatte ich am OP-Tag versucht, im Krankenhaus anzurufen. Immer wieder ohne Erfolg. Aber nur, weil ich nicht verstanden hatte, dass ich zur Vermittlung eine Zahl auf dem Telefon wählen mußte, um an den richtigen Ansprechpartner zu gelangen. Vielleicht wollte ich ja auch einfach nur nicht, weil mir unbewußt wohl schon klar war, was passierte.

Eine halbwegs gute Nacht und der nächste Tag brachten mich weiter. Nachdem ich dann endlich jemanden erreicht hatte, wurde mir rasend schnell klar, dass, da mein Vater nicht mehr auf der Intensivstation und schon wieder auf „seiner“ Station war, es wohl nicht so gut stand, wie wir alle hofften.

Ein etwas mühsam gesuchtes Gespräch mit einem der Ärzte ließ mich Gewissheit bekommen. Der Kehlkopf konnte nicht entfernt werden, da nicht genug gesunde Schleimhaut vorhanden war, um die Lücke zum Ausgang des Luftröhrenschnittes schließen zu können. Fazit: inoperabel!

Was nun?

Der Alternativplan war eine Strahlentherapie, die deutlich schwerer werden würde als die nach der OP und deutlich mehr Nebenwirkungen und Probleme zeigen würde. Alleine die Tatsache, dass es einer speziellen Klinik bedürfte, war schon schwer genug. Aber dass es dank der Sommerferien auch noch schwer wurde, eine solche Klinik in unserer ach so großen Stadt zu finden, die zeitnah einen Platz für ihn, den 78-jährigen, hatte, war nervenaufreibend und zog sich in die Länge. Unendlich in die Länge!

Jedes Mal, wenn ich wieder jemanden ansprach und darauf hinwies, dass uns die Zeit davonläuft, bekam ich zwar Verständnis und verbale Unterstützung, aber an der Datscha als solches konnte dadurch auch niemand etwas ändern!

Der heiße Sommer und die nervenaufreibende Wartezeit zog die Tage in die Länge. Wir versuchten das Beste daraus zu machen. Tage um Tage, die wir gemeinsam zumindest für ein paar Stunden verbrachten. In denen wir auch lachten und versuchten das Schreckgespenst der Krankheit nicht die Oberhand bekommen zu lassen. Diese Stunden der gemeinsamen Zeit wechselten sich mit Stunden der Sorge Zuhause ab. Viele Gedanken um das, was sein könnte, was war, und das, eventuell erledigt werden müßte, raubten mir manche ruhige Minute.

Aber auch schöne Momente, in denen wir Spaß hatten, weil wir über Vieles lachten, uns erinnerten, uns austauschten und mein allseits geliebter Vater auch noch an den Themen teilnehmen konnte, die uns beschäftigten neben seiner Krankheit, machten die Zeit auch einmalig, unwiederbringlich und einzigartig.

Ich werde nie vergessen, wie er sich gefreut hat, als ich ihm ein alkoholfreies Hefeweizen mitbrachte, das er dann mit Strohhalm aus dem Becher trank.

Oder mein Großer, der mitkam, ihn zu besuchen, und ihm erzählte und ihm vorspielte, wieviel Spaß und Abwechslung er in seiner Ausbildung beim Radio hatte. Wie die beiden gemeinsam in seinem Krankenhausbett saßen und sich amüsierten über viele Dinge, die im Alltag so ablaufen. Und wie stolz mein Vater war auf seinen großen Enkel, der wirklich in die Richtung geht, die er ihm schon als Zweijähriger vorausgesagt hat.

Oder wie wir es beide oder auch zu dritt mit meinem Herzensmenschen genossen haben, wenn die Küchenfee uns Kaffee oder Eis brachte und wir in diesem Krankenzimmer, das unser Zuhause wurde, das alles wunderbar fanden. Fast wie in einem Sternehotel.

Und auch die nach mehreren Wochen endlich durchgesetzten Ausflüge in den Garten des Krankenhauses, wo wir die Bäume und den Himmel bewunderten, die uns eher wie auf dem Land schienen als mitten in einer Großstadt.

Die Gespräche über die Familie. Mein Vater hatte ursprünglich 16 Geschwister und war einer der Jüngsten.

Sein verschmitzter Blick, den ich immer automatisch mit ihm verbinde, wenn ich an ihn denke, den er hatte, wenn er sich über etwas amüsierte oder mich ein bißchen hochnahm.

Aber auch die Zeiten, in denen wir still beieinander saßen, Hände haltend und ich lesend, um das Gefühl des Ich-muß-etwas-sagen-und-weiß-nicht-was aushalten zu können. Und somit aber doch bei ihm sein zu können.

Zeiten, die in meinem Herzen sind und mir immer in Erinnerung bleiben werden. Und ihm hoffentlich auch!

Wie geht es weiter?

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In diesem Krankenhaus soll geklärt werden, wie es weitergeht bzw. mit welcher Therapie mein Vater behandelt werden soll und ihm somit hoffentlich Besserung beschert wird.

Doch zuerst gilt es, jemanden zu finden, der oder die bereit ist, mir Auskunft zu geben. Und trotz der freundlichen und hilfreichen Atmosphäre in diesem Haus ist das garnicht so einfach!

Kann oder will mir keiner Auskunft geben? Schließlich heißt das ja auch Verantwortung übernehmen! Verantwortung für den Patienten und seine Angehörigen, die mit Fragen versuchen zu klären, wo das Problem sitzt und wie es angegangen werden kann. Auch die Frage des Erfolges und er Aussicht auf Weiterleben.

Es ist so garnicht meine Art, unangenehm und dauerhaft hinter allen herzulaufen und auf Antworten zu drängen. Bin ich doch lieber die Nette, die Umgängliche, die nie Anstrengende. Doch das bringt mich nicht weiter!

Es läßt sich ja auch freundlich und wenig anstrengend fragen. Immer auch mit dem Hinweis, dass ich weiß, wieviel alle zu tun haben, und dass ich alles und alle nur unterstützen möchte. Was ja auch stimmt!

Zeiten voll Unsicherheit und Grübeleien folgen. Zeiten mit täglichen Krankenhausbesuchen und Überlegungen, wie die Zeit dort für meinen Vater so angenehm oder erträglich wie möglich gestaltet werden kann. Fragen, Vorschläge, Ideen. Doch ihn zu fragen, scheint ihn nur zu nerven oder anzustrengen. Auch die Frage zu seinem Befinden ergibt immer die gleiche Antwort – bis fast zum Schluß – es geht ihm gut. Auch wenn ich das anzweifle, es geht ihm gut!!!! Vielleicht eine Formel der Hoffnung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Und wen wir es ignorieren, dann wird alles wieder gut?

Ebenso die regelmäßige Frage, ob ich noch arbeiten muß. So wie früher, wenn er mich fragte, ob er mir etwas zu essen machen kann. Damals habe ich es nicht verstanden. Habe mich nur nicht gesehen und wahrgenommen gefühlt! Heute weiß ich, es sind Möglichkeiten durch Rituale Sicherheiten zu schaffen – auch wenn sie nur vermeintlich sind. Sicherheiten in einer Zeit großer Unsicherheiten und Ängste.

Ich bekomme auf meine wiederkehrenden Fragen bei den Ärzten Antworten. Vorsichtige, sich nur wenig festlegende, aber Antworten. Diese zeigen mir durch mein fachliches Wissen, dass ich im Recht bin, was die Sorgen und Befürchtungen betrifft. Aber sobald ich dann weiter frage, bedingt durch mein Wissen, mag sich keiner weiter äußern. Keiner traut sich weiter als nötig aus der Deckung. Der Deckung, die keine Verantwortung abfordert über das Gesagte.

Doch Stück für Stück erfahre ich, erfahren wir, dass es schlimm ist. Schritt für Schritt nimmt auch das Gefühl für das Ausmaß zu. Erst kommen zaghaft die Ergebnisse der Gewebeproben – positiv = Krebszellen. Dann das Ergebnis der Tumorkonferenz – Operation = Entfernung des Kehlkopfes. Kurz vor der Operation der Hinweis, dass es auch nicht ganz so verlaufen kann, wie geplant = keine Entfernung des Kehlkopfes, weil zu wenig gesundes Gewebe da ist. Und der anderen Möglichkeit – Bestrahlung und Chemotherapie = deutliche Verschlechterung der Lebensqualität.

So arbeiten wir uns durch zwei Wochen Krankenhaus und stehen am zweiten Tag der 3. Woche am Termin der Operation. Da hierfür ein ganzer Tag eingeplant ist und danach der vorübergehende Aufenthalt auf der Intensivstation gehe ich an diesem Tag nicht ins Krankenhaus, da ich sowieso nichts machen kann außer warten. Und im Warten bin ich nicht gut. Dann lieber arbeiten und Dinge erledigen, die gemacht werden müssen, und die Zeit überbrücken. Und hoffen auf den darauffolgenden Tag!

 

Ein bißchen Zuhause

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Ein neuer Tag, ein neuer Besuch im Krankenhaus!

Gott sei Dank sind Krankenhäuser für mich nichts besonderes, beängstigendes, herausragendes. Ich bin seit Kindheit in Ihnen unterwegs. Ob als Tochter einer Krankenschwester, als Auszubildende für Physiotherapie oder fertige Physiotherapeutin oder auch wirklich mal als Besucherin. Somit gehe ich Wege in diesen Häusern wie selbstverständlich, ohne nachzudenken und mich unsicher zu fühlen. Das hilft mir sehr. Gerade in diesen Wochen wird mir das nochmal ganz deutlich.

Der Tag nach der Intensivstation ist der erste Tag auf einer Station, die in den nächsten Wochen fast so etwas wie Zuhause wird – für mich und meinen Vater. Der Ablauf, die Menschen, die dort arbeiten, und die Atmosphäre geben einen vertrauten Rahmen und lassen vieles, was in dieser Zeit passiert, nicht so bedrohlich erscheinen.

Es ist Mittwochnachmittag und ich komme nach meiner Arbeit dorthin. Zielstrebig gehe ich zum Schwesterndienstzimmer und mit freundlichen Worten und einem Lächeln zu dem Zimmer geschickt, in dem ich am Tag vorher schon den Koffer meines Vaters abgestellt habe. Ein Einzelzimmer, dessen Luxus wir in den nächsten Wochen mehr als zu schätzen wissen. Es wird mir immer als persönlicher Raum meines Vaters in Erinnerung bleiben. Denn hier haben wir unser privates Umfeld gehabt, ohne jemanden zu stören oder von jemandem beobachtet zu werden. Das wärmt mir das Herz!

Dort liegt er und versucht, die ganze Situation als nicht so schlimm und nur vorübergehend darzustellen. Wie immer antwortet er auf die Frage „Wie geht es Dir?“ mit „Gut!“. Eine Floskel von ihm, die sich über Jahre und Jahrzehnte manifestiert hat. Und sie macht mich eher traurig als dass sie mich beruhigt. Ich kann sehen und besser fühlen als manch andere. Und ich sehe, dass es ihm nicht gut geht – kein Wunder mit einem Luftröhrenschnitt und der Angst, was noch kommt oder sein wird!

Ab heute beginnt ein Zeitabschnitt, in dem ich mir, wenn möglich jeden Tag 1,5 bis 2 Stunden an seinem Bett nehme. Manchmal rede ich, um gute Stimmung zu verbreiten, manchmal schweigen wir nur und haben noch Zeit gemeinsam – ich lesend und seine Hand haltend.

Wichtig ist für mich zu erfahren, was die Tatsachen sind und wie es weitergeht. Auf der Suche nach Antworten treffe ich immer wieder auf freundliche Schwestern und Ärzte, die alle ausnahmslos bemüht sind zu helfen. Trotzdem sind die Auskünfte verhalten und dank der Veränderung des Datenschutzgesetzes (DSGVO) im Mai diesen Jahres dürfen auch nur noch die Ärzte etwas genaues sagen.

Also heißt es fragen und suchen und Leuten hinterherlaufen. Das, was ich besonders unangenehm finde. Aber man wächst mit seinen Aufgaben! So auch ich!

An diesem Tag treffe ich auf eine Ärztin – offenbar noch in der Ausbildung – die mir verhalten und vorsichtig Auskunft über die Situation gibt. Der Tumor – ein Ausdruck ohne Wertung – sei schwer einzuschätzen und das Laborergebnis noch nicht da.

Nun gut! Warten! Nicht meine Königsdisziplin! Noch dazu, da ich eine ungute Ahnung habe, schon seit Wochen. Immer, wenn ich meinem Vater aber Hilfe und Unterstützung angeboten habe, hat er sie abgelehnt. Für mich unerklärbar! Aber wahrscheinlich hat er sich bevormundet gefühlt und wollte, wie schon immer, alles alleine regeln.

Somit verbringen wir die Zeit mit Beisammensein und Hoffnung. Hoffnung, die der Nährboden für vieles ist. Kraft, Zuversicht, Liebe, aber auch Wut, Traurigkeit und Angst.

Wie in den folgenden Tagen und Wochen verlasse ich sein Zimmer und das Krankenhaus mit vielen Gedanken und offenen Fragen und eile zu einem Moment Zuhause, in dem ich meiner Hoffnungslosigkeit und meinen Tränen freien Lauf geben kann. Und ich versuche mir die kommende Zeit vorzustellen in verschiedenen Variationen – mit oder ohne meinen Vater, Zuhause oder im Pflegeheim, hilflos oder eigenständig. Nur so kann ich die auf mich zukommenden Tage besser überstehen. Nur so komme ich da durch!

 

Wohin geht der Weg?

Hängebrücke

Die Nacht nach dem Luftröhrenschnitt läßt mich wieder einmal erfahren, dass mein Kopf schwer zur Ruhe kommt. In der Traumphase (be)suche ich meinen Vater auf der Intensivstation, um bei ihm sein zu können. Und auch wieder wird mir ganz deutlich, dass ich seit der Trennung meiner Eltern vor 35! Jahren ein starkes Verantwortungsgefühl für ihn habe. Als wenn ich die Elternfunktion in dieser Konstellation erfülle.

Am nächsten Morgen wache ich auf und habe den Besuch auf der Intensivstation im Traum noch ganz plastisch vor Augen. Etwas später versuche ich, telefonisch in Erfahrung zu bringen, wie es ihm geht, wo genau er ist und ob ich ihn besuchen darf.

Sehr freundlich – wie überhaupt die ganze kommende Zeit in diesem Krankenhaus – werde ich informiert, auf welcher Intensivstation er liegt und dass er im Laufe des Tages auf eine andere Station verlegt wird. Auf meine Frage, ob und wann ich vorbeikommen kann, um ihm seinen Koffer mit ein paar Sachen zu bringen, antwortet man mir auch wieder sehr freundlich, dass er sicher nicht vor mittags verlegt wird und ich gerne ab ca. 11 Uhr gesehen bin.

Dieser Tag läßt mir die Möglichkeit, um kurz nach 11 Uhr bewaffnet mit dem bereits vorbereiteten Koffer und einem flauen Gefühl im Magen am Bett meines Vaters aufzutauchen. Er hat gewartet, das sieht man, und er freut sich, dass ich da bin. Sprechen kann er nun mit dem Luftröhrentubus überhaupt nicht und das wird ihm in den nächsten Wochen immer wieder sehr bitter und ungeduldig bewußt.

Nach einem Zeitraum von 1,5 Stunden und ohne Verlegung bringe ich den Koffer zu der vorgesehenen Station und dort auf das für ihn geplante Zimmer. Ein Einzelzimmer! Gott sei Dank! Denn in dieser Situation noch mit verschiedenen fremden Personen ein Zimmer zu teilen, ist nicht gerade das, was man sich wünscht.

Nachdem ich das erledigt habe, begebe ich mich auf schnellstem Weg zurück in meine Praxis, die von hier aus besonders mit dem Auto schnell zu erreichen ist. Ein Segen! Denn in der nächsten Zeit wird mir der Weg ins Krankenhaus in verschiedenen Variationen in Fleisch und Blut übergehen.

Der Tag gibt mir viele Möglichkeiten zum Nachdenken und nicht erst ab jetzt wechseln sich Sorge, Angst, Wut und schlechtes Gewissen in einem teilweise rasenden Karussell ab. Ein stiller Begleiter für alle Momente! Genauso wie die Überlegung, was ist das, was sich in dem Hals meines Vaters breit macht. Was denkt er dazu und darüber? Wie geht es weiter? Und was ist in einem Monat, einem halben Jahr, einem Jahr?

In solchen Momenten könnte ich gerne in die Zukunft schauen, um zu wissen, was kommt und ob ich recht hatte mit meinen Befürchtungen. Nur, um das alles etwas besser aushalten zu können. Doch das ist keinem von uns gegeben und wir müssen lernen, damit umzugehen!

Trubelsturm

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Auf einmal vergeht die Zeit wie im Zeitraffer. Angefangen an einem Montag, der Anfang Juli und in den Sommerferien ganz gemütlich daherzukommen scheint. Mit einem Besuch beim Facharzt, der eine Einweisung in die HNO-Abteilung eines Krankenhauses schreiben soll und will, damit das im vorherigen Krankenhaus aufgetane Problem schnellstens angegangen werden kann.

Noch voller Gelassenheit starte ich in den Tag und bin, wenn auch mit Zweifeln und Skepsis, doch überzeugt davon, dass eine Lösung in Sicht ist. Sicher, mein Ausbildungsstand und meine Lebenserfahrung sagen mir, dass wir über eine normale Alterssituation hinaus sind. Doch das Vertrauen in die Kenntnisse und Fähigkeiten der Medizin ist, wenn nicht immer kritikfrei, vorhanden.

So mache ich mich gegen Mittag auf den Weg, meinen Vater abzuholen, damit wir zum Ende der Vormittagssprechstunde bei oben erwähntem Facharzt noch einmal erscheinen, um mit einer Einweisung und hoffentlich einem baldigen Termin fürs Krankenhaus die Praxis dann wieder verlassen werden.

Inzwischen wieder mit einem eigenen Auto ausgestattet fahre ich los und sammle meinen alten Herrn ein. Seine Luftnot hat sich über die letzten Tage deutlich verstärkt. Weiter zum Arzt und möglichst nah an der Praxis steigt mein Vater aus, damit er nicht zu weit und mit zu großer Atemnot den Weg zum Arzt bewältigt.

Nachdem ich das Auto geparkt habe, begebe ich mich schnellsten zu ihm und gemeinsam zum Haus der Arztpraxis. Ein Altbau! Ohne Fahrstuhl! In die zweite Etage! Ob das wohl geht? „Ja, klar!“ erwidert mein Vater und beginnt die ersten Stufen im Haus zu erklimmen. Mit jeder Stufe mehr wird mir ganz flau. Denn je weiter wir nach oben steigen, umso schwieriger wird das Atmen. Erste Etage erreicht und eine Pause mit mehr Hängen als Stützen am Treppengeländer läßt uns verharren. Mir wird ganz anders. Brauchen wir vielleicht jetzt schon einen Notarzt? Aber kaum habe ich diesen Gedanken zuende gedacht, setzt sich mein Vater schon wieder in Bewegung. Und mit viel Kraft und Sorge kommen wir oben an.

Wir betreten die Praxisräume und begeben uns zur Anmeldung, von der aus mich zwei mehr als verschreckte Arzthelferinnen anschauen. Beide denken wohl gerade ähnliches wie ich auf der Treppe. Er soll sich hinsetzen. Und vor lauter Schreck ist den beiden nicht klar, dass sie mich zu unserem Erscheinen befragen können. Sie unterhalten sich darüber, was sie wohl mit ihm machen können. Und dass er nach etwas Ruhepause sein Anliegen vorbringen kann. Da mache ich mich bemerkbar, verwundert darüber, dass mich beide nicht wahrgenommen haben. Bin ich doch direkt vor ihrem Tisch und mit 1,80m nun auch nicht die Kleinste.

Nach geklärten Fragen sitzen wir im Flur und warten. Mein Vater döst immer wieder weg. Komisch, das Gefühl der vertreten Rollen. Ich bin die Fürsorgende und er der Bedürftige. Eine gute Stunde später werden wir ins Sprechzimmer gerufen und eine ausführliche Untersuchung mit dem Endergebnis der Einweisung ins Krankenhaus. Meine Meinung, dass der Arzt sich um einen Platz im Krankenhaus kümmert, wird sofort gebremst und ich bekomme den Hinweis, dass ich mit meinem Vater und der Einweisung direkt ins Krankenhaus fahren soll.

Also los! Raus aus der Praxis, Treppe runter – was Gott sei Dank besser geht als hoch – zum Auto und ab Richtung Krankenhaus. Dort angekommen, beginnt die Suche nach einem Parkplatz, dann doch der kurze Halt vor dem Eingang, damit mein Vater dort aussteigen und warten kann. Einmal um die Ecke gefahren, tut sich auch ziemlich schnell eine Parkmöglichkeit auf und ich eile zum Eingang zurück.

Jetzt weiter zur Ambulanz der HNO und wieder die Erklärung der letzten Tage, dass er aufgenommen werden muß mit Einweisung vom Facharzt, weil im letzten Krankenhaus ein Tumor am Kehlkopf gesehen wurde, der aber in Fachhände gehört. Skeptische Blicke! Als ob ich mir Zuhause mal so eine Diagnose überlegt hätte?!

Nach schätzungsweise fast einer Stunde Wartezeit wird er untersucht und auf einmal kommt etwas Bewegung in die Sache. Allerdings sieht das so aus, dass der aufnehmende Arzt, der vorher etwas überheblich rüberkam, dann doch etwas unruhig, wenn nicht sogar panisch, wird und seinen Oberarzt zur Absicherung weiteren Vorgehens ruft. Dieser erscheint gelassener, man merkt ihm die Berufserfahrung an, und bestätigt das, was ich vorher nur als Irrglaube abgetan habe. Ein Luftröhrenschnitt soll und muß durchgeführt werden. Denn wenn der Tumor noch größer wird oder der Hals innen anschwillt, dann erstickt mein Vater.

Nun beginnt das übliche Procedere bei so etwas im Krankenhaus. Untersuchung, Infusionsnadel legen, Abhören, Vorbereitung des OP-Raumes, etc. pp. Und ich habe das Gefühl, ich stehe nur noch rum und im Weg. Also entscheide ich mich, dann nach Hause zu gehen. Machen kann ich gerade sowieso nichts.

Also, ab nach Hause mit dem Gefühl der Erleichterung, dass sich jetzt die zuständigen Fachleute kümmern.

 

 

 

 

Zwischenzeit

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Durch den Rat einer Freundin traue ich mich jetzt aber, den behandelnden Arzt anzurufen und erfahre nun endlich ein wenig mehr. Bronchialkrebs ist ausgeschlossen, da die Untersuchungen ergeben haben, dass es sich um Entzündungen im Bronchialbereich handelt. Aber das kurze Aufatmen ist auch schon beendet, weil während einer Untersuchung ein Tumor im Kehlkopfbereich sichtbar wurde. Dieser muß dringend untersucht werden und gehört in Fachhände.

Vorher möchte mein Vater aber dringend entlassen werden, weil er am kommenden Montag einen Zahnarzttermin hat. Bei dem sollen die Provisorien der vier Brücken in festen Ersatz getauscht werden. Dies erfahre ich aber erst eine Weile nach dem Zahnarzttermin, was für mich das Verständnis für dieses Bestehen auf Entlassung erst im Nachhinein aufkommen läßt.

Mit viel Überredungskunst und ein wenig Druck überzeuge ich meinen Vater davon, dass ich ihn am Entlassungstag abholen und auch nach Hause fahren werde, um es ihm doch ein wenig einfacher und komfortabler zu machen. Was für eine Auseinandersetzung! Er fühlt sich bevormundet, unselbständig gemacht und nicht wirklich gesehen. Wenn ich ihm doch nur verständlich machen könnte, dass ich ihm ein wenig von dem zurückgeben möchte, was er für mich in früheren Jahren gegeben hat. Wenig Chance!

Unsere gemeinsame Fahrt mit meinem neuen Auto durch den Frühsommer wird eher schweigsam und einzeln als gemeinsam und austauschend. Schade!

Bei ihm Zuhause angekommen, möchte ich ihm helfen, den Koffer in die Wohnung zu bringen oder wenigstens ein wenig einzukaufen. Aber auch hierbei keine Chance. Ein bißchen verstehe ich ihn ja. Es ist für ihn wie eine kleine Entmündigung. Aber von mir doch wirklich nicht so gemeint.

Also keine Hilfe! Dann fahre ich eben unverrichteter Dinge nach seinem Aussteigen weiter nach Hause und bin hier zum einen verärgert und zum andere ganz in mir drin ziemlich traurig, dass wir unseren Kontakt Stück für Stück verlieren.

Wer weiß, was noch kommt? Und wieviel Zeit uns noch bleibt? Und wieviel wir davon gemeinsam und nicht nebeneinander her verbringen?

Mit diesen Fragen verbringe ich das Wochenende und die nächsten Tage!

 

 

Tag für Tag im Krankenhaus

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Der Samstag, der auf den Freitag folgt, an dem ich meinen Vater ins Krankenhaus gebracht habe, ist auch gleichzeitig der erste Besuchstag – wie sich dann herausstellt auch der letzte – in diesem Krankenhaus.

Ich starte morgens, wie geplant, mit meinem Samstagsmorgenlauf und etwas Gymnastik, um danach geruhsam und alleine zu frühstücken. Mein Lieblingsmensch ist ja zur Familie nach Süddeutschland gereist und kommt erst am Montag wieder.

Nach diesem geruhsamen, wenn auch ein bißchen einsamen, Start in den Tag begebe ich mich auf die längere Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans andere Ende der Stadt. Heute mit Bus und Fähre. Die Fahrt ist sehr angenehm und hat etwas von Urlaub. Das W

 

etter ist gut, auf der Fähre viele Touristen, zu Fuß oder mit Fahrrad. Das Wasser des zu überquerenden Sees läßt mich das Ganze genießen und ruhiger werden.

Auf der anderen Seite des Sees angekommen, suche ich den Weg zu Fuß zum nächsten Bus, der mich zum Krankenhaus bringen soll. Alles sehr idyllisch hier. Und auch der Weg zur Bushaltestelle läßt ein Urlaubsfeeling aufkommen. Wie schön!

An der Haltestelle angekommen, sehe ich, dass mein Bus gleich kommt und ich warte geduldig. Und dann ist der Weg auch schon mit drei Stationen bewältigt und ich bin in einer harmonischen Umgebung mit einem Krankenhaus, dass sehr um die seelischen Belange seiner Patienten besorgt ist, an meinem Ziel angekommen.

Der Weg zum Zimmer meines alten Herrn ist nicht weit und er freut sich, mich zu sehen. Was ihn nicht freut, ist der Aufenthalt im Krankenhaus mit vielen Untersuchungen und Gesprächen der Ärzte, die sehr bemüht sind, den Menschen als Ganzes zu erfassen. Mein Vater wiederum empfindet und betrachtet dies als neugierige Schikane und vollkommen unnötig. Schade!

Nach einem sehr beschwerlichen Weg für ihn und einen gemütlichen Kaffee trinken im dazugehörigen kleinen Kaffee mache ich mich wieder auf den gut einstündigen Heimweg, während mein Vater sich zur Station in sein vorübergehendes Zimmer begibt.

Ab nun telefonieren wir täglich, weil der Weg zu diesem Krankenhaus für mich nur in riesigen Zeitspannen zu schaffen ist, noch dazu, dass ich immer noch kein Auto habe und dessen Liefertermin noch nicht wirklich feststeht.

Tägliche Telefonate, die mir wichtig sind, weil ich doch so gerne genaueres über den Zustand meines Vaters wissen möchte. Für ihn sind sie nur anstrengend und nervig, weil ich immer wieder Dinge frage, die ihn nicht interessieren und die er verdrängt, weil er mit auch seine Angst wegdrücken kann. Somit bringt jeder neue Tag ein wenig mehr Angespanntheit und unterschwellige Streitigkeit mit sich. Nach einer Woche haben wir beide keine große Lust mehr auf so etwas und sprechen nur noch über das Nötigste.

Inzwischen besteht mein Vater darauf nach acht Tagen entlassen zu werden, da er montags darauf einen wichtigen Zahnarzttermin hat. Die provisorischen Brückenteile seiner Zähne sollen getauscht werden und zwischenzeitlich war auch schon ein Provisorium herausgefallen. Das aber erzählt er mir erst nach dem Zahnarztbesuch.

Somit mache ich mich trotz Widerstand von seiner Seite mit meinem neuen Auto – dann ging es ganz schnell mit dem Liefertermin – nach acht Tagen Krankenhausaufenthalt auf den Weg dorthin und transportiere ihn dann nach Hause. Eine sehr schweigsame Fahrt mit wenig Freude, da er versucht, die schlechte körperliche Situation einfach zu verdrängen und so weiterzumachen wie bisher. Geht aber nur bedingt gut!

Bei ihm Zuhause angekommen, möchte ich ihm noch etwas helfen. Koffer hochbringen, evtl. etwas einkaufen, etc. Aber er lehnt es kategorisch ab. So ist er nun mal! Schon immer gewesen – sagt auch meine Tante! Also begebe ich mich mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg nach Hause, inzwischen auch mit dem Wissen, dass er nach weiteren acht Tagen wieder zurück in das bisherige Krankenhaus soll, um bessere Ergebnisse und Behandlungen in Gang zu bringen.

Das Gefühl des Wochenendes bleibt aber, dass ich hoffe, dass die Zeit bis zum erneuten Aufenthalt in der Klinik keine bösen Überraschungen bietet. Denn wenn seine Luftnot vor der ersten Aufnahme in der Klinik schlimm war, ist sie jetzt nur schlechter. Und so will er dann montags alleine mit Bus zum Zahnarzt. das gruselt mich sehr.

Was bleibt mir aber anderes übrig, als Gottvertrauen zu haben und ihn machen zu lassen?! Er ist erwachsen und nicht mein Kind!

Das Motto der nächsten Tage: Abwarten!

 

Auf dem Weg

imageDer Tag, an dem ich meinen Vater ins Krankenhaus bringe, beginnt und ich versuche mich auf alles, was wichtig ist, zu konzentrieren. Mein Lieblingsmensch fährt für ein paar Tage zur eigenen Familie nach Süddeutschland, immer mit dem an mich gerichteten Hinweis, dass ein Anruf ob mit oder ohne Bitte um frühzeitige Rückkehr jederzeit möglich und selbstverständlich ist. Ein Arbeitstermin, da vor dem Zeitpunkt der Aufnahme im Krankenhaus noch ein wenig Zeit ist. Dann die vor ein paar Tagen organisierte Miete eines Carsharing-Autos starten – erst ein Auto per App suchen, dann den Weg dorthin und schließlich die Fahrt mit dem Auto zur Wohnung meines Vaters. Einladen des Gepäcks und meines Vaters und ab quer durch die ganze Stadt zum Krankenhaus.

Am Krankenhaus angekommen, machen wir uns auf den Weg zum Aufnahmebüro und warten dort noch eine geraume Zeit, da an diesem Tag doch viele Menschen das Krankenhaus verlassen haben, hoffentlich nach Hause, und so auch ebenso viele Menschen wieder aufgenommen werden, um durch die freigewordenen Betten anderen Menschen helfen zu können.

Nach der erforderlichen Aufnahmeprozedur begeben wir uns auf die für ihn vorgesehene Station, um in dem Zimmer, das er für die nächsten Tage bezieht, seine Koffer abzustellen und dann mit ein paar Untersuchungsaufträgen die entsprechenden Abteilungen aufzusuchen.

In der Röntgenabteilung stimmen wir uns darüber ab, dass ich nach der ziemlich langen Zeit wieder zurückfahre und am nächsten Tag wieder zu Besuch komme.

Ich verlasse das Krankenhaus und fahre mit dem gemieteten Wagen zurück zum morgendlichen Ausgangspunkt, um von dort ohne Auto nach Hause zu kommen. Mein Kopf gefüllt mit vielen Gedanken und Sorgen und dem Wunsch, ein wenig in die Zukunft sehen zu können.

Die Zeit des Tages ist verflogen und der Nachmittag läßt mich die letzten Tage und den Vormittag / Mittag nochmal Revue passieren. Und Stück für Stück findet sich auch ein Teil meiner Familienmitbewohner wieder Zuhause ein und helfe mir den Tag in Ruhe und Zuversicht zu beenden.

So gehe ich mit dem Plan am nächsten Tag mit Bus und Fähre, da der Weg durch die Stadt noch weiter ist, zum Krankenhaus zu fahren, um meinem Vater zu zeigen, dass ich für ihn da bin und immer an seiner Seite.

Der Tag davor

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Das Wochenende auf dem Weg zur Krankenhauseinweisung ist vorbei und ein neuer Wochenbeginn steht an. Dieser ist gespickt mit einer Kombination aus Arbeit und Dingen, die vor dem Krankenhaus erledigt werden müssen.

Als erstes zu meinem Hausbesuch. Hier erwartet mich wie immer eine Patientin, die selber im Alter meiner Eltern ist und auch gesundheitlich nicht besonders gut dasteht. Genau wie mein Vater ein Leben lang geraucht, genau wie mein Vater nicht einsichtig, dass es um die eigenen Gesundheit geht. Eher trotzig, nach dem Motto „Ich kann selbst entscheiden, was mir gut tut!“ Doch das Leben zeigt Dir, was Du entscheiden kannst und wann. Und auch, was Dir nicht gut getan hat.

Wie ein Zeichen der Zeit sehe ich meine Patientin in einem unschönen Zustand. Voll Schmerz und wenig ansprechbar. Ergebnis des Termins: kurze und unbefriedigende Behandlung. Als Ergebnis des Zustandes erfahre ich dann am nächsten Tag, dass sie ins Krankenhaus mußte, da es ihr immer schlechter ging.

Danach geht es weiter durch meinen Tag, immer mit dem Blick auf das, was kommt. Alles verläuft ansonsten unspektakulär, besonders mit dem Blick auf die Zeit, die dahin tröpfelt mit einem sicheren Ziel. Dem Ziel ,meinen Vater ins Krankenhaus zu bringen, und der Ungewissheit – oder doch Gewissheit – was dort passiert und herauskommt? Doch jeder Gedanke, jedes Ereignis hat keine besondere Bedeutung, denn das Leben als solches ist das Ereignis. Sollte es sein, solange wir es führen können, wie wir es vorstellen.

Zuhause mit meinen Familienmitbewohnern ist der Rest des Tages ruhig und mit viel gemeinsamer Zeit und Gesprächen. Und auch viel Sorge über das, was wohl kommt.

Und immer weiter

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Meinen Vorsatz, jede Möglichkeit zu nutzen, mit meinem Vater Zeit persönlich oder auch am Telefon zu verbringen, trage ich mit in den neuen Tag.

Dem Wochenende gerecht geruhsam gestartet, schwinge ich mich später auf mein Fahrrad und radele zu ihm. Dann ist Zeit für ein wenig Bürokratie. Generalvollmacht, Betreuungsvollmacht, Patientenverfügung und ein paar organisatorische Absprachen. Alles Dinge, die wir beide nicht so lieben. Aber lieber gemacht als hinterher mit langem Gesicht und leeren Händen bereut, die Möglichkeit verpaßt zu haben.

Und wie von selbst beginnt ein Gespräch über Familienmitglieder und vergangene Zeiten. Wir schauen uns Bilder an und ich frage endlich mal wieder nach der Familienforschung, die mein Vater schon vor langer Zeit begonnen, aber nie so wirklich fertiggebracht hat. Und so stöbern wir in Familienaufzeichnungen, alten Geschichten, Erinnerungen. Und seit wirklich längerer Zeit fühle ich mich ihm wieder mal so nahe wie schon länger nicht mehr.

Ich fahre nach Hause mit Ruhe im Herzen und der Gewissheit, dass diese Ruhe bei uns beiden angekommen ist – zumindest für heute.

Am Tag danach, dem Sonntag, telefonieren wir. Und ich meine zu bemerken, dass er sich ein wenig umsorgt und aufgehoben fühlt. Wie schön! Ich gebe ihm, was mir wichtig ist und was er braucht.

Da ich mich kenne und weiß, dass ich am kommenden Freitag, dem Krankenhauseinweisungstag, sicher nervös sein werde, möchte ich die Carsharing-Geschichte schon einmal im Vorfeld ausprobiert haben. Es reicht mir ja schon, dass ich mit einem Auto, das nicht meines ist und die Größe eines Elefantenrollschuhs (Zitat eines Freundes) hat, quer durch die Riesenstadt muß. Da brauche ich nicht die Unruhe einer noch nicht erprobten Situation.

Also, erneut aufs Fahrrad, diesmal in Begleitung meiner Lieblingsmenschin, und ab zum nächsten Carsharing-Auto. Hier alles nachgeschaut in Ruhe, Schäden begutachtet und gemeldet, das Wunder der Smartphone-App erlebt und hinein in die kleine mobile Kugel. Tief durchgeatmet und nervös gestartet. Mit guten Worten der Lieblingsmenschin wieder die Aufregung geregelt bekommen und losgefahren. Einmal um den Block, um dann das Auto wieder vorbildlich zu parken.

Geschafft!

Und wieder aufs Fahrrad zurück nach Hause!

Der Rest des Tages ist wirklich entspannend. Und ich kann Kraft schöpfen für die kommenden Tage – meine ich!

Abends wie jeden Sonntag in der letzten Zeit gehe ich ins Bett mit dem größten Bedauern, dass das Wochenende schon wieder vorbei ist und auch so schnell. Das alles, obwohl ich meine eigene Chefin bin und mir meine Arbeit wirklich Freude macht.

Doch die innere Ruhe ist noch immer vorhanden und somit wird es auch eine geruhsame Nacht.